Mein persönlicher Recap zur SMX München 2015

Am Dienstag und Mittwoch fand in München die Search Marketing Expo, auch als SMX München 2015, statt. In diesem Recap möchte ich kurz auf mein Erlebnis zur SMX eingehen und einige spannende Impulse weiterreichen.

War das ein Event. Meine persönlich große Vorfreude auf die → SMX München und meine enorme Erwartungshaltung an die Speaker und über 60 Vorträge konnten nicht nur eingehalten, sondern auch übertroffen werden, so faszinierend war die Veranstaltung.

Wie jedes Jahr möchte ich den Klassiker bringen: „Es war alles super. Das Essen war grauenhaft.“ Nur leider kann ich nicht mal daran meckern, denn das Essen war vorzüglich. Auch die Kommunikation in den Pausen war prächtig. Ideal zum Netzwerken, auch wenn ich nicht sehr viel genetzwerkt habe.

Aber eins nach dem Anderen. Gehen wir erst mal ein paar Highlights durch, die mir besonders gefallen haben.

Rand Fishkins Keynote: Das Signal im Rauschen – so gehen Sie im Lärm nicht unter

Rand Fishkin und Alexander Holl

Rand Fishkin und Alexander Holl

Brilliant, der Mann sowie sein Vortrag. Wie steche ich aus der Masse heraus in Zeiten, in denen wir mit Signalen bombardiert werden? Seien es Freundschaftsanfragen, Erwähnungen in Posts, News und Feeds? Wie kreiere ich eine Marke, ein Produkt oder einfach nur ein Blogpost, der sich so fundamental von anderen unterscheidet, sodass es einzigartig ist und maximale Aufmerksamkeit erzielt?

Die einfachste Antwort: Schwimme gegen denn Strom. Tu nicht das, was alle machen. Sondern mache es besser. Anders. Geiler. Sehr viel geiler. Und fokussiere dich gegebenfalls auf eine kleinere Klientel, aber mach es dort auch richtig. Tolle Session, die mir wieder mal gezeigt hat, wie wichtig noch so unbedeutende Kleinigkeiten sein können, die einen Unterschied machen.

Dazu auch ganz neue und andere Herangehensweisen versuchen. Sich nicht scheuen, neues auszuprobieren. Wenn es mal nicht klappt, dann kappt es eben nicht. Wenn es klappt, kann es zum Impact führen. Nur probieren muss man es, sonst wird man nie gewinnen.

Das ist aber nur ein Punkt der ganzen Session. → Die Slideshow kann hier online angesehen werden, um nicht zu viel zu spoilern. 😉

Mobile, mobile, mobile… Was das Zeug hält!

Mobile SEO Checkliste

Mobile SEO Checkliste

Einige Sessions haben sich mit dem Thema Mobile Friendly intensiv beschäftigt. Und das nicht von ungefähr, da ja Google am 21. April das Mobile Friendly Update weltweit veröffentlichen will. Was haben wir auf der SMX in München dieses Jahr gelernt?

  • Offizielle Aussage von Google: Das Mobile Friendly Update wird einen größeren Impact haben als das Panda-Update und Penguin-Update zusammen. Wenn es also nur auf Smartphones knallen wird, kann es in einigen Bereichen und Branchen ziemlich heftig werden. Abhängig natürlich von der Konkurrenz und davon, ob ich einen lokalen Standort habe oder nicht. Ähnliche Szenarios hatte ich im Artikel → SEO: Googles “Mobile Friendly”-Update – das muss man wissen bereits vor ein paar Wochen beschrieben.
  • Responsive Design ist offiziell kein Rankingfaktor bei Google.
  • Wer eine mobile Website anstelle von Responsive Design einsetzt, sollte auf technische Details achten. Stimmen die Canonical URLs? Ist die mobile Website voll indizierbar (ich schaue auf dich, viva-Artikel)? Unterscheiden sich die Inhalte auf der mobilen Website nicht zu erheblich von der der Desktop-Ausgabe am Bestand an Informationen?
  • Mobile Friendly Sites erhalten einen Boost auf der mobilen Suche; nicht-mobile-friendly Sites erhalten keine „Abstrafung“. Kleiner, aber feiner Unterschied.
  • Das Mobile Friendly Update wirkt sich nur auf Smartphones aus. Suchergebnisse auf Tablets oder am PC werden nicht vom Update betroffen sein.
  • Bei der Umsetzung eines neuen Designs sollte immer der Grundsatz „Mobile First“ gelten. Also erst an den Nutzer auf dem Smartphone denken und das Webdesign mit der mobilen Website starten, dann runter auf Tablet-Nutzer und anschließend auf die Desktop-Ausgabe.

Die Tool-Anbieter Sistrix und Searchmetrics haben bereits auf das Thema Mobile Friendly Update reagiert. → Sistrix bietet auf seiner Seite einen Vergleich an, um die Sistrix Sichtbarkeit auf dem Desktop-PC als auch für mobile Nutzer vorab zu überprüfen. Da warten wir im Grunde nur noch, bis die Daten auch in Sistrix Next (aka Sistrix Toolbox) übernommen werden. Searchmetrics hat in seiner → Searchmetrics Suite bereits eine Beta veröffentlicht, um diese Daten zu vergleichen.

SEO = Search Experience Optimization

Ebenso oder fast noch mehr begeistert war ich von +Marcus Tober von Searchmetrics, der im Anschluss an Rands Keynote über Search Experience gesprochen hat. Kernaussagen: Sorgt dafür, dass ihr die Suchintentionen der Sucher versteht. Sorgt dafür, dass ihr die passenden Antworten auf die gestellten Fragen gebt. Und dieses Zitat toppt nochmal alles:

Tolle Session, die extrem lohnenswert war.

Local SEO mit Michael Felis (Sixt) und Eric Schulz (kaufDa)

Auch das Thema Local SEO lässt einen besonders im Online-Agentur-Leben nicht los. Entsprechend habe ich die Session von Michael Felis und Eric Schulz besucht: „Large Scale Local SEO für Filialisten und Franchise Unternehmen“.

Auch hier kann man nur zu einer gelungenen Session gratulieren, die nochmal kleine Tipps und Kniffe aufgezeigt hat, wie man Local einfach optimal für Suchmaschinen optimiert. Hat mir sehr gefallen. Auch mit den Wurst-Beispielen. Aber der Inhalt zählt. Inhalt. Informationen. Und die waren geil.

Karlchen und die (Nicht(?)-)Persona-based-Keyword-Strategien

Karl Kratz liebt es, Fotos zu schießen. Sogar vor dem eigenen Vortrag.

Karl Kratz liebt es, Fotos zu schießen. Sogar vor dem eigenen Vortrag.

In einem Satz ausgedrückt könnte man den Vortrag von +Karl Kratz auf der SMX 2015 in München auch auf einen einzigen Satz reduzieren: Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen. 😉

Das ist natürlich nur sehr polemisch ausgedrückt. Was gemeint ist:

  • Verwende nicht (nur) Tools, die ohnehin jeder verwendet.
  • Benutze deine beste Soft- und Hardware, die dir zur Verfügung steht: Dein Gehirn.
  • Versuche dich in die Situation des Suchenden zu versetzen.
  • Versuche, die erste Intention zu finden, die zur Suche geführt hat. Bis hin zur allerersten Intention. Und du findest mögliche Keywords, die kaum umkämpft sind, kaum Wettbewerb haben, aber trotzdem einen großen Einfluss auf dein Geschäftsmodell und deine Besucherquote haben können.
  • Nutze Reize, nutze Errors, nutze plötzliche Situationen aus und biete Lösungen an. In langen kostenlosen Anleitungen. Aber mit Support-Telefonnummer. Nicht schamlos, aber nutze sie aus.

Etwas vergessen, @Karl?

Keynote von Behshad Behzadi von Google: Die Zukunft der Suche

Beshad Behzadi von Google: The World is changing

Beshad Behzadi von Google: The World is changing

Nicht gerade viel „neues“, aber ein gutes Gefühl für das wahnsinnige Tempo von Google, hat Behshad Behzadi live auf seiner Keynote am zweiten Tag auf der SMX in München präsentiert. Live ist schon mal besonders hervorzuheben, denn vor so vielen Leuten die Möglichkeit auch Problemchen oder Bugs zu zeigen, ist schon mal eine wahnsinnige Herausforderung.

Er zeigte uns, wie Google Now heute funktioniert. Heute. Nicht in der Zukunft, sondern heute. Und das funktioniert schon ziemlich gut. Wir können Google Fragen stellen, die kein Keyword beinhalten, aber im Zusammenhang mit unserer Suchintention und unseren vorherigen Suchen zusammen finden. Und Google kann selbstständig daraus Kontexte erkennen und diese miteinander verknüpfen, um ein optimales Suchergebnis zu erhalten. Das geht schon in die Richtung, die ich im Artikel SEO und SEA im Jahr 2025 – Ein weiter Ausblick des Online Marketings mal angebrochen habe.

Beispielsweise kann Google Bilder auf dem eigenen Smartphone so erkennen, dass sie bei einer Suchanfrage wie „Show me my pictures of me and whales“ automatisch ein Suchergebnis ausspuckt, das mir Bilder von meinem Device mit Walen ausgibt.

Nicht zu unrecht beendete Alexander Holl, einer der Moderatoren und Veranstalter, die Keynote mit dem Kommentar: „I’m to 80 percent fascinated, but also to 20 percent scared.“ Aber das wird die Zukunft sein, auf die wir uns vielleicht früher, vielleicht auch später einstellen dürfen. Wie lautet ein altes Sprichwort (auch wenn das etwas zynisch klingen mag): „Mit dem Wegsterben der Alten ändern sich die Gewohnheiten der Neuen.“

Ich als absoluter Nerd freue mich schon insgeheim auf meinen eigenen Personal Assistant, der ähnlich einem EVA arbeitet (Electronic Video Assistant, siehe Video unten).

Ich muss aber gestehen, dass diese Art von Datensammlung auch mir eine gewisse Sorge bereitet. Ist meine Privatsphäre wirklich sicher? Vor Geheimdiensten und Hackern? Da hat sich Google auch in der Vergangenheit nicht mit Ruhm beckleckert (Hashtag #NSA).

Aber interessant ist die Entwicklung allemal.

Geil: Webmasters on the Roof All-Star Panel

Marcus Tandler und seine Gäste haben ein tolles WOTR geliefert. Dieses Jahr besser als letztes. Rand Fishkin, Aleyyda Solis, Dan Petrovic und Kaspar Szymanski haben sich über SEO im Allgemeinen und SEO in der Zukunft auf lustige Art und Weise ausgetauscht. Wie ich schon letztes Jahr geschrieben habe, wünsche ich mir ohnehin das WOTR zurück. Aber dieses mal war es besonders inspirierend. Unterhaltsam. Interessant, den Größten der Branche zuzuhören.

Beweis: Rand Fishkin möchte Backlinks für 39,00 Euro kaufen

Beweis: Rand Fishkin möchte Backlinks für 39,00 Euro kaufen #fun

Am Ende – und das war natürlich nur Fun-Time – wurde Rand dazu „bewegt“, jemanden auf Twitter anzusprechen, der SEO für 39 Euro im Monat für garantierten Erfolg verkauft. Mit einem Tweet wie etwa: „Ich möchte dein SEO kaufen, aber deine Website Formular ist kaputtt.“

Ein riesiger Brüller unter uns SEOs. Leider hat Rand den Tweet mittlerweile gelöscht. Aber Fun muss sein. 😀

John Muellers Technical OnPage & OnSite Clinic

John Mueller in der Website Clinic

John Mueller in der Website Clinic

Ganz klar war auch die Session von +John Mueller eines der Highlights auf der SMX in München in 2015. Denn er hat anhand Fallbeispielen gezeigt, welche Verbesserungen an Websites vorgenommen werden kann.

Auch wenn es immer nur sehr kleine Details sind. Auch die kleinsten Details können einen enormen Unterschied machen. Canonical URLs, Sitemaps, richtige Codierung, richtige Ausrichtung einer Website. John hat einige kleine, aber ausschlaggebende Impulse nach außen gegeben, die wir immer beachten sollten.

Nachfrage bei John Mueller zu Responsive Content

Ich im Gespräch mit John Mueller über Responsive Content

Ich im Gespräch mit John Mueller über Responsive Content

Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, einen so hohen offiziellen Google Mitarbeiter nach seiner Session persönlich zu meinem Lieblingsthema Responsive Content zu fragen. Was Responsive Content ist, habe ich bereits in einigen Artikeln beschrieben und sogar ein Tutorial Video zu Responsive Content erstellt.


„Meine Frage war, und diese Antwort darauf hatte ich nur wenige Minuten später per Google Post niedergeschrieben:

Also, ich konnte gerade +John Mueller auf der #smxmuenchen zum Thema [Responsive Content] fragen (nach seiner Session) und habe ihm das Beispiel beschrieben, aus einem blumig ausgeschriebenen Absatz (Desktop-Ausgabe) eine knackig kurze Auflistung (mobil) zu machen, ohne die grundlegenden Informationen zu entfernen (etwa bei Produktbeschreibungen). Und das ist laut John kein Problem. =)

Was heißt das? Das ist eine knallharte Aussage von John. Responsive Content ist kein Ranking Boost. Ganz klar. Was heißt es sonst? „Es ist kein Problem bedeutet“, Responsive Content ist kein Cloaking. Es ist vollkommen OK. Responsive Content ist laut John Mueller kein Nachteil oder Problem.

Sollten wir sehen, dass sich der mobile Rankingfaktor von einem addaptiven Rankingfaktor (wie Panda) weiterentwickelt und Google einen zweiten, separaten Index für mobile Suchen aufbaut, könnte Responsive Content interessanter werden, als wir uns das jetzt sogar noch vorstellen können. Das ist (m)eine Vorhersage für die nächsten 2-5 Jahre.

Aber bis dahin verwende ich privat gerne Responsive Content, wenn es eh keiner tut. Nicht nur, um einen potentiellen Rankingvorteil in Zukunft zu genießen. Sondern auch und vor allem, um dem Nutzer auf seinem Device das für ihn beste Ergebnis und die beste User Experience zu liefern. Und das heißt: Informationen nicht verstecken, aber blumig ausgeschriebenen Text einfach zu komprimieren.

Blockbuster Content & SEO Recht – was gibts neues?

Zwei Sessions möchte ich noch ansprechen, die auch noch wichtig waren. Einmal die Session „Blockbuster Content – Lernen von den Besten„, in denen Sepita Ansari von Catbird als auch Martjin Burgman von Stylight sehr gut beschrieben haben, wie man mittels relativ wenig Aufwand sehr gute SEO-Ziele erreichen kann. Besonders beeindruckend war, wie sie es geschafft haben, mittels einfachster Content Marketing Mittel Inhalte zu erstellen, die von zig großen News-Seiten geteilt und geliked worden sind. Nach dem Motto: Es geht auch, Links inaktiv aufzubauen, die ultra-geil sind, in weniger als 20 Minuten pro Link.

Und dann war da noch die Session von Dr. Martin Schirmbacher, der uns besonders im SEA Recht ein paar gute Beispiele gebacht hat, welche Keywords manin welchen Marketing-Schemen nicht verwenden sollte – und wann man es „relativ kann“. Auch eine spannende Session.

Galerie: Kurze Eindrücke der SMX München in Bilder gefasst

Mein persönliches Fazit: Geil, geil, extra geil

Mir hat die SMX München auch das dritte Jahr – 2015 – sehr gut gefallen. Und ich bin etwas traurig, dass sie schon wieder vorbei ist. Die Veranstalter haben einen sehr guten Job geleistet, genauso wie die Moderatoren, das Team dahinter sowieso. Und (die meisten) Sessions waren einfach geil anzuhören und konnten den ein oder anderen Impuls noch mitgeben. Ob es eine neue Information oder mehrere waren, oder einfach nur ein Bauchgefühl. Auf jeden Fall waren sie geil. 😀

Weitere Recaps zur SMX München 2015 findest du bei diesen geilen SEOs:

Das war es mit meinem Recap. Die ganze Liste weiterer Recaps und mehr zur SMX München 2015 findest du hier.

3 Comments

  1. Hey Pascal,
    die Veranstaltung scheint sich ja absolut gelohnt zu haben. Zu dem Vortrag von Rand Fishkin habe ich auch anderweitig noch 2-3 Blogbeiträge gelesen. Spannende Inhalte zur abgedroschenen Floskel „Content is King“, die aktueller den je ist. Das Zitat „Wer mit den Herden geht, kann nur den Ärschen folgen“ finde ich saustark. Das ist sozusagen das neue „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“. Auf alle Fälle ein cooles Recap von dir.
    Gruß und bis die Tage, Daniel.

    1. Wollte zum Zitat zur Herde noch ein Bild einer Schafherde von hinten finden, wo ein Schaf ausschert und wegrennt. Gabs aber leider keines unter Creative Commons…

      Zum Thema „Content is King: Würde es mittlerweile anders nennen. „Information is King“ ist richtigerer heutzutage. Gute Idee für nen neuen Blogpost… *thanks* 🙂

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