SEO Blogparade: So bin ich Vollblut-SEO geworden

Da momentan eine Vielzahl an SEOs und Online Marketing Blogger an einer SEO Blogparade teilnehmen, möchte ich auch meine Antworten zu den gestellten Fragen beantworten.

Die SEO Blogparade wurde ursprünglich von +Julian Dziki von SEOkratie gestartet (→ zum Blogpost). Weiter unten findet ihr dann weitere SEOs, die zur Parade auch etwas geschrieben haben.

Hier erst einmal meine Antworten:

Wie bist Du zu SEO gekommen?

Als ich im Sommer 2005 meine erste Website online gestellt habe, war ich frustriert über die wenigen Besucher, die auf meine Seite kamen. Kurz nach der Realschule hatte ich aber auch kein Budget, um Anzeigen wie Adwords zu buchen. Schon gar nicht, weil die Seite privater Natur war und ohne ausreichendem Wissen zur Monetarisierung dieser Website auch nur Risiko einsetzen konnte.

Also habe ich mich im Internet schlau gemacht, wie man über die normale Google Suche den meisten Traffic abzapfen kann. Geholfen hat mir dabei das Abakus Forum, in dem ich später auch lange Zeit aktiv war und selbst Fragen beantwortet hatte.

Da mich das Thema Websites basteln und Besuchergenerierung dann gepackt hat, bin ich dabei geblieben – bis heute.

Welches war Dein erstes Webprojekt?

Ironischerweise war das ein Projekt, auf dem ich Speicherkarten verglichen habe (Domain: speicherkartenvergleich.com). Die Seite hatte ich damals noch mit dem NetObject Fusion 5.0 eingerichtet, Bilder und Logos per Windows Paint erstellt. Mit CMS kannte ich mich zu diesem Zeitpunkt gar nicht aus. Und ja, eine Spam-E-Mail hatte mich dazu bewogen, diese Seite zu basteln… (wie etwa „Mache jetzt im Internet in wenigen Tagen richtig Kohle, so wie ich es gemacht habe…“ (voll peinlich heutzutage, das zugeben zu müssen… -.-‚ ))

Zwischendurch hatte ich es dann mit allerlei Spaßprojekten versucht, wie etwa einer Website über SEO (immernoch unter NetObjects Fusion mit meinem damaligen Spitznamen Bombeleger) oder einer Website über Patches und Addons über EA Games. Erst sehr viel später griff ich dann zu WordPress (meine erste Version war glaub 2.3). Da hatte ich meine ersten regionalen Online Magazine gestartet und später auch an einem größeren Gemeinschaftsprojekt, der RegioNews CW, gearbeitet.

Aber keiner dieser positiven Erfahrungen möchte ich missen… 🙂

Was hat sich für Dich seit dem Beginn von SEO geändert?

Im Prinzip einiges. Content war auch damals schon King, nur hatte ich (und sicher einige mehr) das völlig anders interpretiert als heute. Für mich hieß es damals: Schreib regelmäßig Content, der maximal auf ein Keyword optimiert ist. Und sorge dafür, dass du viele Backlinks kriegst. Sei es aus Webkatalogen, Artikelverzeichnissen oder aus Foren.

Das ist heute alles Quatsch. Heute muss eine Website absolut User-orientiert sein. Da kann ich meine beiden Artikel SEO. Nicht um jeden Preis! und SEO Rankingfaktoren 2014 – Darauf kommt es an! nochmal verlinken, die meine Sicht auf das heutige SEO nochmal ausführlich beschreiben.

Wie erklärst Du Unbeteiligten, die sich nicht im Internet auskennen, was Du genau machst?

Wenn es schnell gehen muss:

Ich betreibe in einer Online Marketing Agentur eine spezielle Form des Online Marketings für 4- und 5-Sterne-Hotels. Ziel ist es, die Webseiten bei Google zu interessanten Reisebegriffen möglichst auf Platz 1 in den Suchergebnissen zu bringen.

Wenn es etwas detaillierter sein darf:

Ich bin in einer Online Marketing Agentur tätig, welche sich auf die Erstellung und Vermarktung von Websites – insbesondere in der Hotelbranche – spezialisiert hat. In der Abteilung SEO – was für Suchmaschinenoptimierung steht – ist es die Aufgabe des Teams, die Websites der Kunden möglichst gut in den Suchergebnissen zu positionieren. Wenn du also beispielsweise nach <KEYWORD EINFÜGEN> suchst, sollte unser Kunde möglichst als erster Treffer in Google erscheinen. Meine Aufgabe dort ist das Controlling, die Entwicklung neuer Produkte, der Wissenstransfer, technische Umsetzungen, usw. Und das beste daran: Es ist mein Hobby geworden, sodass ich mein Hobby sprichwörtlich zum Beruf gemacht habe.

Welche Tools nutzt Du hauptsächlich?

Microsoft Excel mit dem Addin SeoTools for Excel (grandios!), Sistrix, SEOquake Toolbar und eine Mischung aus WordPress.com Stats und Piwik.

Dabei spielt Excel eigentlich die größte Rolle. Da habe ich mir eine eigene SEO PowerExcel-Datei entwickelt, welche Datenexporte aus verschiedensten Quellen für mich abgestimmt aufbereitet. So kann ich noch besser feststellen, welche Begriffe noch Potential haben und auf welchen Wegen ich diese erreichen kann.

(Wer fragen möchte: Nein, die Datei kann ich leider nicht zur Verfügung stellen!)

Wie sieht Deine Arbeitswoche aus? Wie viel arbeitest Du?

Momentan sehr strukturiert, mit festen Zielen für alle Kunden in einer 40 Stundenwoche.

Dabei hilft es ungemein, eine Arbeitsliste zu haben, die morgens priorisiert wird (Wichtigkeit vor Dringlichkeit, Dringlichkeit vor Nonsens). Diese Liste schaue ich mir auch nur dreimal am Tag (wenn ich im Geschäft ankomme, nach der Mittagspause und kurz vor Feierabend) oder erst dann wieder an, sobald eine Aufgabe vollständig erfüllt ist.

Was E-Mails betrifft kann ich nur den Rat geben, Thunderbird (in meinem Beispiel) auch nur dreimal am Tag zu starten und sobald die (An-)Fragen dort beantwortet sind, sofort wieder zu schließen. Mit jedem Aufpoppen einer neuen Mail wird man nämlich aus seiner Arbeit gerissen.

Aber nach dem normalen Geschäft geht es häufig am Abend privat weiter, wenn ich dann an meine Privatprojekte selbst ran gehe. Insbesondere der Freitag ist mein Lieblingstag, wenn es darum geht, auf eigenen Projekten was zu machen.

Samstags und Sonntags ist dann aber Erholungsphase. Dann lese ich höchstens mal, was die anderen so schreiben.

Was gefällt Dir an SEO am meisten?

Das Spielerische. Ich habe das große Glück, dass ich sehr vieles selbst ausprobieren kann. Und wenn dann etwas funktioniert, ist das wie das Gewinnen bei einem Spiel für mich. Und ich will jedes angefangene Spiel gewinnen.

Das hört sich höchst unwissenschaftlich und arbeitsträge an. Aber: So kann ich mir am besten neues Wissen erschließen, welches ich dann wiederum für meine Arbeit nutzen kann.

Was magst Du nicht an SEO?

Wenn man eine neue Erkenntnis als Standard festschreibt und später nicht bereit ist, seine Erkenntnis erneut in Frage zu stellen.

Auch ich irre mich sehr häufig. Oder: Zu einem Zeitpunkt lag meine Vermutung wahrscheinlich richtig, wurde aber nach kurzer Zeit wieder revidiert (z. B. durch Updates bei Google). Was nützt es dann, diese zum späteren Zeitpunkt falsche Erkenntnis weiter zu leben, nur weil man das mal festgeschrieben hat?

Ein zweiter Punkt ist, dass SEO immer eine so große Stellung einnimmt. So groß, dass sich die ganze Website um SEO-Keywords drehen soll. Was genau umgekehrt der Fall sein sollte. Erst muss eine gute Website gemacht werden, dann sollte SEO eingesetzt werden. Einen idealen Artikel hat da +Eric Kubitz auf SEO Book veröffentlicht (→ Bevor du SEO machst…), der genau das schildert, was ich hier meine…

Wie sieht SEO in fünf Jahren aus?

Hehe, das ist mal wieder eine Frage für die völlig vernebelte Glaskugel. 😀

Aber hier mal ein paar Anreger:

Im Dezember habe ich den Artikel → SEO und SEA im Jahr 2025 – Ein weiter Ausblick des Online Marketings geschrieben (>6.800 Worte oder 23 Word-Seiten bei Arial 11pt). Und so langsam vermute ich, dass ich die Jahreszahl auf 2020 anpassen muss. Die Entwicklung ist einfach rasend schnell.

Aber um es auf einen Punkt zu bringen: Websites alleine werden nicht mehr ausreichen – und Responsive Design ist damit nicht alleine gemeint. Mit Google Glass werden (wahrscheinlich früher als später) einfach Inhalte aus Websites ausgelesen und auf einem Standarddesign von Google ausgeliefert.

Lesetipp: Responsive Content

Der Platz 1 in den SERPs zu personalisierten Suchen wird unglaublich wichtig werden – was bisher dem „Auf gut Glück“-Button gleichkommt. Denn auf einer Brille möchte ich die Ergebnisse wahrscheinlich sofort und unmittelbar – ohne Suchergebnisseite.

Außerdem werden QR-Codes sehr wichtig werden. Möglicherweise werden diese sogar zu einem Rankingfaktor für die personalisierte Suche..? Habe ich im Artikel → QR Codes und Google Glass: Wie klassische Werbemittel mit der Datenbrille verschmelzen als Ideenanregung beschrieben…

Linkbuilding wird auch weiterhin ein wichtiges Thema bleiben – nur auf einer ganz anderen qualitativen Ebene. Die Messlatte wird extrem nach oben geschraubt werden.

Am Wichtigsten von allem wird aber die User Experience in Kombination mit wirklich gutem Content sein.

SEO Blogparade – das schreiben die anderen

So, das war es dann von mir. Hier kommt ihr zu weiteren SEO Blogparaden:

One thought on “SEO Blogparade: So bin ich Vollblut-SEO geworden

  1. Pingback: Best of Seokratie 2014 - Seokratie

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