SEO-Lexikon: Was ist ein Nofollow-Link?

Ein Nofollow-Link sagt nicht, dass Suchmaschinen den Links nicht folgen. Was es tatsächlich macht und welche Auswirkungen es hat, ➨ erfährst du hier.

Ein Nofollow-Link ist ein Link, der für den Leser ein ganz normaler Link bleibt. Der Unterschied zu einem normalen Link liegt darin, dass der Webmaster einer Seite den Suchmaschinen mitteilt, dass dieser Link nicht wichtig ist und man der verlinkten Seite gegebenfalls nicht vertraut. Dem Link wird dabei kein Wert übermittelt, der für Suchmaschinen und für deren Ranking-Bewertung relevant wäre.

DIE SPEZIELLERE UND GENAUERE ANTWORT ZU NOFOLLOW-LINKS

Suchmaschinenoptimierung nofollow sinnvoll

Nofollow: Bitte nicht folgen..? Fotomontage: Pascal Horn / nextlevelSEO.de

Suchmaschinen wie Google und Bing bewerten Webseiten unter anderem anhand der Links, die eine Seite von anderen Seiten im Internet erhält. Sehr vereinfacht könnte man sagen: Je mehr Links eine Seite von anderen Webseiten erhält und je höher deren Qualität ist, desto besser kann das Ranking in den Suchmaschinen sein. Die Positionierung zu bestimmten Suchbegriffen steigt also mit guten und vielen Links, die eine Seite von außen erhält.

In manchen Situationen möchte man diesen Wert wie Pagerank bei Google der verlinkten Seite aber nicht übermitteln, um Suchmaschinen weder in die Irre zu führen und um sich selbst vor „Rückkopplungseffekte“ seitens der Suchmaschinen zu schützen. Hier hilft das Nofollow-Attribut, das wir direkt in einen Link einbauen können. Er neutralisiert diesen Wert.

WIE MACHE ICH EINEN LINK ZU EINEM NOFOLLOW-LINK?

Ein Link sieht im HTML etwa so aus:

<a href="http://nextlevelseo/" target="_blank">LINKTEXT</a>

Ergebnis: LINKTEXT

Das Linkziel ist in diesem Fall http://nextlevelseo/ und der Link sagt, dass sich beim Klicken auf den Link ein neuer Browser-Tab / ein neues Browserfenster öffnen soll. Das ist ein ganz normaler Link, dem auch die Suchmaschinen folgen und Wert wie Pagerank übermitteln.

Um einen Link zu einem Nofollow-Link zu machen benötigen wir das rel-Attribut innerhalb des Links, den wir mit „nofollow“ ausstatten:

<a href="http://nextlevelseo/" target="_blank" rel="nofollow">LINKTEXT NOFOLLOW</a>

Ergebnis: LINKTEXT NOFOLLOW

Wie gesagt, der Nofollow ist für den Leser selbst nicht erkenntlich. Aber für Suchmaschinen ist der zweite Link jetzt neutral, also wert-neutralisiert. Es fließt beim Beispiel Google kein Pagerank mehr auf die verlinkte Seite. Der Link wird jetzt nicht mehr für das Ranking der verlinkten Seite verwendet.

MIT DEM META TAG „ROBOTS“ ALLE LINKS EINER WEB-UNTERSEITE AUF NOFOLLOW SETZEN

Man kann auch alle Links einer Unterseite auf Nofollow setzen. Das funktioniert mit dem Meta Tag „robots“, der innerhalb des <head>-Bereichs einer Webseite platziert wird:

<head>
<title>MEIN TITLE</title>
<meta name="robots" content="nofollow" />
...
</head>

Aus der Sicht eines Suchmaschinenoptimierers ist diese Methode jedoch nie zu empfehlen, da er eben alle Links neutralisiert – auch jene, die intern verlinken. Also auch Links im Hauptmenü, in der Sidebar, im Footer oder andere interne Links auf der Webseite.

FOLGEN SUCHMASCHINEN NOFOLLOW-LINKS?

SEO Nofollow-Test: Bing hat eine Testseite indexiert

SEO Nofollow-Test: Bing hat eine Testseite indexiert

Die Antwort fällt unterschiedlich aus.

  • Google folgt Nofollow-Links in der Regel nicht.
    Das heißt, wenn Google eine Webseite untersucht und darin Nofollow-Links findet, wird Google die Nofollow-Links nicht aufrufen und diese verlinkten Seiten untersuchen. Mehr dazu in der → Google Search Console-Hilfe
  • Bing und Yahoo! folgen Nofollow-Links
    Zwar werden Nofollow-Links auch bei Bing und Yahoo! kein Wert für die verlinkten Seiten übermittelt um deren Rankingkriterien zu beeinflussen. Im Gegensatz zu Google rufen Bing und Yahoo! aber Nofollow-Links auf, untersuchen diese und nehmen die verlinkten Seiten in den Index ihrer Suche auf.

„Nofollow“ bedeutet also nicht automatisch, dass alle Suchmaschinen den Links nicht folgen. Es gibt keinen Standard der sagt, dass Suchmaschinen oder andere automatisierten Abfragen einer Website (Crawler oder Bots) einem Nofollow-Link wirklich nicht folgen dürfen. Jede Suchmaschine behandelt das Nofollow-Attribut also nach einer eigenen Definition.

→ Lesetipp: SEO Test: Folgen Suchmaschinen Nofollow-Links – oder nicht?

ANWENDUNGSBEISPIELE FÜR NOFOLLOW-LINKS

BEI INTERNEN NOFOLLOW-LINKS

Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung gibt es nur sehr wenige interne Anwendungsbeispiele für Nofollow-Links, da man in der Regel nicht möchte, dass man interne „Linkpower“ einfach verschwendet. Da der Nofollow zum Verlust von „Linkpower“ führt, wäre eine interne Nofollow-Verlinkung kontraproduktiv, da sie das Ranking der verlinkten internen Seite nicht unterstützt – im Gegensatz zu einem normalen Link.

Trotzdem gibt eis ein paar wenige Nofollow-Anwendungsmöglichkeiten speziell für Google, da Google diesen Links ja in der Regel nicht folgt:

  • PDF- und Printversionen der Unterseite
    Links zu PDF-Versionen und Printversionen mit dem gleichen Inhalt können auf Nofollow gesetzt werden, wenn diese Versionen nicht selbst einen deutlichen Mehrwert für den Leser bieten. Das hilft uns bei Google indirekt sogar, um sich vor internen Duplicate Content zu schützen. Google wird diesen Links dann nicht folgen und die PDFs bzw. die Printversionen nicht in den Index aufnehmen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass Print- und PDF-Versionen des Inhalts es trotzdem in den Google-Index schaffen (z. B. wenn sie von einer anderen Quelle normal verlinkt werden oder in der XML-Sitemap an Google übermittelt werden).
  • Paginierende Seiten per Nofollow verlinken
    Möchte man nicht, dass sich Google durch Kategorie-, Schlagwörter oder Produktkategorie-Unterseiten bis zur letzten Seite XX fräst, kann man Links, die eben auf Seite 2, 34 oder 78 einer Kategorie verlinken auf Nofollow setzen. So kann man das Crawl-Budget von Google auf die wichtigen Seiten und Artikel lenken.
  • Mehrfachverlinkungen im gleichen Inhalt
    Laut einem → Test von Malte Landwehr berücksichtigt Google nur den ersten Linktext, wenn sich mehrere Links zur gleichen Seite auf einer Unterseite befinden. Verlinkt man also im selben Bereich eine andere Unterseite mehrfach, könnte man den zweiten und nachfolgende Links auf Nofollow setzen, um das Crawl-Budget von Google besser zu steuern.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR EXTERNE NOFOLLOW-LINKS

  • Bei externen Links, denen man grundsätzlich nicht vertraut
    Jeder Link zu einer externen Seite, der man selbst nicht vertraut, sollte auf Nofollow gesetzt werden. So signalisiert man Google und anderen Suchmaschinen, dass sich zum Beispiel der Inhalt der externen Seite zu unserem Ungunsten ändern könnte oder mit der verlinkten Seite selbst nicht in Zusammenhang gebracht werden möchte.
  • Bei automatisierten externen Verlinkungen
    Ist eine Webseite bzw. eine Website-Software so geschrieben, dass sie automatisiert externe Links auf die eigene Website einfügt, können diese ebenfalls auf Nofollow gesetzt werden. Denn keine Software ist perfekt und kann zwischendurch mal einen Fehler machen. Bevor man also negative Rückkopplungen durch einen nicht-vertrauenswürdigen Link erhält, den man selbst nicht vertrauen würde, ist eine pauschalisierte Nofollow-Verlinkung ratsam.
  • Bei Links, die Dritte auf der Website einfügen können
    Jedes gute Forum oder jeder gute Blog hat eine Kommentarfunktion, in den man Links hinterlegen kann. Diese sind häufig auch nützlich, können aber für die Suchmaschinenoptimierung missbraucht werden. Um sich also auch hier selbst zu schützen sollte man alle Links, die Mitglieder oder Leser selbst posten können, auf Nofollow gesetzt werden.

DIE „NOFOLLOWMANIE“ – BEVOR DU JETZT ALLES AUF NOFOLLOW STELLST…

Leider gibt es besonders im deutschsprachigen Raum eine Art „Nofollowmanie„, dass externe Links grundsätzlich per Nofollow verlinkt werden – aus reinem Geiz oder aus Missgunst dem Anderen gegenüber. Das ist aber nicht Sinn der Sache und hilft weder dir noch der verlinkten Seite weiter. Wann immer du selbst eine Seite empfehlen kannst – aus welchen Gründen auch immer – sollte der Link ganz normal bleiben.

Benutze also kein Nofollow-Attribut, nur weil du der verlinkten Seite und seinem Webmaster den Link nicht gönnst. Verlinke ihn also ganz normal, weil der Link deinen Lesern hilft oder es dort noch weiterführende Informationen zu deinem Thema gibt.

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