Einen Presseartikel erstellen – Vorsicht vor Duplicate Content

Wenn man eine Nachrichtenplattform betreibt und täglich mit Pressemitteilungen regelrecht bombardiert wird, der neigt schnell zum einfachen „copy-pasten“, also der einfachen Übernahme des Textes, ohne einen eigenen Text zu erstellen. Das ist wesentlich zeitsparender als die langwierige Methode, eine Meldung auf seine Informationen auszuschlachten und einen eigenen Text zu erstellen. Das ist auch durchaus legitim, denn wenn jemand eine Pressemeldung verfasst und direkt an uns verschickt wird geht diese Person auch davon aus, dass genau dieser Text abgedruckt werden soll.

Im Web ist das jedoch ein Problem. Denn wer Texte einfach so übernimmt, erzeugt damit sogenannten Duplicate Content (kopierter Inhalt), vor allem wenn der Text bereits auf anderen Websites zu finden ist. Dieser wird von Suchmaschinen gar nicht gerne gesehen. Überschreitet man für Google und Co. eine gewisse Schwelle an eingesetztem Duplicate , kann das sogar zu Abstrafungen bis hin zur gesamten Verbannung aus dem Index der Suchmaschinen führen.

Sollte ich auf das Kopieren von Pressemeldungen gänzlich verzichten um Duplicate Content zu vermeiden?

Im Besten Falle: Ja. Aber wir wissen alle, dass das für große Redaktionen, aber nicht für einen einzelnen Newsblogger machbar ist. Wenn täglich dutzende Pressemeldungen rein kommen wird die Zeit einfach nicht mehr ausreichen, um für jede PM einen eigenen Text zu erstellen.

Wir müssen also abwägen. Welche Pressemeldung ist wichtig, welche eher nicht? Welche Nachricht wird wohl mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Und bei welcher Pressemitteilung kann ich die meisten Besucher erwarten? Kurz: Welche PRessemeldungen sind beliebt – und welche weniger?

Entsprechende Meldungen sollten auf jeden Fall einen eigenen Text, sogenannten Unique Content (einzigartigen Inhalt) erhalten. Andere Meldungen können auch kopiert werden, wenn die Zeit einfach nicht ausreicht.

Effekte von Unique Content bei Pressemeldungen im Web

Aus unseren Erfahrungen heraus genießen selbst geschriebene Texte im Web besondere Aufmerksamkeit. Diese werden zu bestimmten Suchbegriffen besser bei Google und anderen Suchmaschinen gelistet als viele Konkurrenten, auch wenn die eigene Website aus der Sicht der Suchmaschinenoptimierung (teilweise sogar sehr viel) schwächer ist als die der großen Nachrichtenmonopolisten.

Beispiele möchte ich hier keine nennen (ich möchte ja keine Zeitung in Verruf bringen). Aber dennoch zeichnet sich – besonders was die regionalen Tageszeitungen betrifft – eine sehr schwache Internet- und SEO-Affinität ab. So kopieren sie selbst Pressemeldungen und stellen sie (teilweise Stunden später erst) online. Dadurch erzeugen sie selbst Duplicate Content, weil der Text für Google bereits mehrfach im Internet existiert.

Schreibt ihr den Text neu und erzeugt so Unique Content, wird euer Text deswegen bevorzugt.

Dieser Effekt wird auf die Spitze getrieben, wenn ihr eure Seite bei Google News anmeldet oder angemeldet habt. Hier tauchen selbst für eine spannende Meldung nur ein Dutzend Plattformen auf, welche zumeist Duplicate Content beinhalten. Hier punktet ihr extrem mit Unique Content.

Rechtliche Probleme mit Duplicate Content bzw. Urheberrecht

Wird euch eine Pressemeldung zugeschickt (z. B. per E-Mail), so ist eine Kopie des Inhalts auf eurer Website kein Problem. Denn der Absender geht ja davon aus, dass ihr die Meldung veröffentlicht.

Anders sieht es mit dem Kopieren von Texten von fremden Quellen aus. Kopiert man beispielsweise unerlaubt einen Artikel aus einer Tageszeitung, so macht man sich nach dem Urhebberecht strafbar. Je nach Größenordnung kann mit einer Unterlassungsklage und mehreren hundert bis tausenden Euro Abmahnung gedroht werden. Ausnahmen sind Zitate, die eben auch als Zitate markiert und deren Quelle genannt werden sollte. (Zitate zeichnen sich aber dadurch aus, dass es nur wenige Textabschnitte betrifft!)

Es gilt also: Wird einem eine Pressemitteilung zugeschickt, kein Problem. Agiert man selbst zum Abschreiben, kann man Probleme bekommen.

Unique Content ist hier immer die sichere Wahl. Aber: Der neue Text muss inhaltlich das wiedergeben, was im alten Text vermittelt werden sollte.


Soweit haben wir jetzt den Bereich Inhalte erstellen in unserem Tutorial durch. Mal sehen, was wir gelernt haben. 😉

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