Offpage-Optimierung: Linkbuilding für Nachrichtenseiten und Newsblogs

Bei der Offpage-Optimierung spricht man im SEO-Bereich, wenn man Optimierungsmaßnahmen unternimmt, welche nicht direkt mit der zu optimierenden Website umgesetzt werden können. Bei der Onpage-Optimierung haben wir ja Maßnahmen durchgeführt, welche wir direkt auf unserer Webseite bzw. einem Artikel/einer Seite haben durchführen können. Bei Offpage-SEO müssen wir mit fremden Webseiten interagieren.

Hier steht insbesonderes das sogenannte Linkbuilding im Vordergrund und macht einen Großteil der Offpage-Optimierung aus.

Hintergrundwissen: Was versteht man unter Linkbuilding?

Bei Linkbuilding handelt es sich um eine Optimierungsmaßnahme, bei der von fremden Websites und fremden Domains Links auf die eigene Website kommen. Denn je mehr Leute auf mich verlinken, desto stärker wird meine Seite zu einem bestimmten Keyword gerankt.

Hierbei gilt es, verschiedene Faktoren beim Linkaufbau zu berücksichtigen. Zum Einen gibt es die menschliche Komponente, wie man potentielle Linkpartner anspricht – man kann hier nicht so einfachmal mit der Tür ins Haus fallen. Zum Anderen aber auch die maschinellen Komponenten, denn Links müssen in regelmäßigen Abständen und verschiedenen Quellen aufgebaut werden.

Als Nachrichtenblogger hat man es hier – entgegen vieler anderen Sparten, wie Hotel-, Kredit- oder Viagra-Seiten – sehr viel einfacher an Links ranzukommen. Ich erkläre gleich auch warum. Zunächst aber mal eine wichtigere Frage:

Link ist nicht gleich Link – Qualitätsstufen beim Linkbuilding

Generell kann man die Aussage treffen, je mehr Links, desto besser. Ein einzelner Link kann nicht schaden; trotzdem sind drei Faktoren mit entscheidend und wirken sich immer auf das Ranking mit aus.

Die Linkqualität ist entscheidend für seine Auswirkungen auf die eigene Seite. Man unterscheidet hier zwischen niedriger Linkqualität (Low Level Links) und hoher Linkqualität (High Quality Links). Man braucht beides, um ein gutes Linkprofil – die dritte Komponente – zu erhalten.

Low Level Links – schnell generierte, aber schwache Links

Diese Links sind verhältnismäßig schnell generiert und sorgen für ein gutes – wie ich es nenne – „Linkfundament“. Es gibt eine solide Basis, mit der man später weiterarbeiten kann. Low Level Links setzen sich zusammen aus:

  • Einträge in Webkataloge
  • Einträge in Artikelverzeichnissen
  • Social Bookmark Links
  • Blogkommentare mit Link auf die eigene Seite
  • Beiträge in Foren mit Verlinkung
  • Open Directory Project (ODP) Einträge (DMOZ, Yahoo Web Directory)

Warum Low Level Links? Nun, die Eintragung und Publizierung eines Links erfolgt sehr zügig und ist sogar erwünscht oder zumindest erlaubt. Entsprechend haben Suchmaschinen diese Dienste bzw. ihre Qualität und damit auch ihre Linkpower abgestraft. Sie sind aber sehr leicht zu besorgen. Deswegen „Low Level“.

Ob man für diese Low Level Linkpartner tatsächlich einen Backlink (wie in vielen Webkatalogen gefordert) hergibt, liegt an einem Betreiber selbst; ich möchte hier nicht unbedingt alles über einen Kamm scheren, würde aber eher vom Geben eines Backlinks abraten.

High Quality Links – Schwer zu erhaltene, starke Links

Ein ganz (wirklich ganz) großzügiges Pi-mal-Daumen-Prinzip könnte sagen, ein High Quality Link ist ca. 20 mal besser als ein Low Level Link. Also sollte er fürs Linkbuilding auch in den Vordergrund rücken..? Nun, solch ein Link ist aber auch zwischen 10 bis 1000 mal schwieriger zu bekommen als ein Low Level Link. Qualitätlinks sind die wirklich gefragten Links unter den Suchmaschinenoptimierern, aber wir als Newsblogger und Nachrichtenseitenbetreiber haben hier erhebliche Vorteile, wie ich weiter unten noch erläutere. Zunächst einmal potentielle High Quality Linkpartner für Newsblogger:

  • Generell alles, was (zur gesamten Website oder einzelner Seiten/Artikel) themenrelevant ist
  • Andere Nachrichtenseiten (insbesonderes von regionalen Zeitung-Monopolisten)
  • Webseiten „vor Ort“, z. B.:
    • Öffentliche Behörden (Rathaus, Landratsamt, etc.)
    • Schulen, Universitäten
    • Vereinswebseiten
    • Firmenpräsentationen
    • Veranstalter
    • Kirchliche Webseiten
  • Übersichtsseiten von Nachrichtenportalen
  • Starke andere Webseiten, die selbst einen hohen Pagerank oder Sichtbarkeitsindex haben (~relative Aussage…!)

Um an diese Links zu kommen reicht es jedoch nicht, sich einfach vor ein Formular zu setzen und dieses wie bei Webkatalogen mit URL auszufüllen – denn welche Firmenwebsite hat schon solch ein Feld? 😉

Quality Link bedeutet hier unter anderem einen (relativ zu Low Level Links) hohen Aufwand, denn um einen solchen Link tatsächlich zu erhalten, müssen manchmal einige dutzend E-Mails mit nur einem Partner ausgetauscht werden.

Für einen Stadtblog oder eine regional eingegrenzte Nachrichtenseite bedeutet das aber auch, dass auch Links selbst von vermeindlich schlecht aussehenden Vereinswebseiten hohe Wirkung haben können. Denn Google kennt zumeist die regional bezogene Örtlichkeit (Lokalität) eines Vereins, einer Behörde oder noch schwieriger, einer Universität. Der Wert dieses Links steigt also mit seinem regionalen Bezug und/oder seiner Themenrelevanz an.

Sozusagen als kleine Faustregel: Je schwieriger ein Link zu beschaffen ist, desto höher wird sein Wert.

Linkprofil – Was ist das und wie sollte es aufgebaut sein?

Das Linkprofil ist eine Zusammenfassung aller Links, die auf einen selbst verweisen. Wenn man aktives Linkbuilding betreibt, schreibt man sich natürlich auf, wo man welche Links getauscht oder sogar gratis erhalten hat. Hierzu kann eine Excel-Datei dienen oder speziell dafür ausgerichete Software.

Die Herkunftquellen spielen hier eine große Rolle. Denn wer hunderte Low Level Links aufbaut, ohne sich um qualitativ hochwertige Links zu kümmern, wird dauerhaft nicht viel mehr Besucher generieren. Umgekehrt aber auch: Wer dutzende High Quality Links aufbaut, ohne mal einen verlinkenden Blogkommentar zu schreiben, geht das Risiko einer Abstrafung ein.

Um ein möglichst natürliches Linkprofil zu erhalten, sollten – gerade bei Nachrichtenplattformen, wo es ohnehin keinen wirklichen Schaden anrichtet – auch Nofollow-Links akzeptiert werden. Nach Möglichkeit sollte man aber natürlich aushandeln, dass es ein Follow-Link sein soll.

Auch die Regelmäßigkeit (in Zeitabständen) des Aufbaus neuer Links ist entscheidend. Denn alles was für Suchmaschinen „unnatürlich“ wirkt, kann für das Ranking gefährlich werden.

Anchortext und Linktexte

Zusätzlich ist es noch wichtig, wie andere Webseiten auf einen selbst verweisen. Wenn von allen Links 100% nur auf die Startseite verlinken wirkt das unnatürlich – insbesondere bei Nachrichtenseiten, denn hier erwartet man eher eine Verlinkung auf einen interessanten Artikel. Fremde Webseiten sollten also auch auf einzelne Artikel oder Seiten verweisen.

Es ist aber auch wichtig, in welchem Context der Link steht und wie er verlinkt wird. Textlinks sind effektiver als Bilder-Links, „Brand“-Links (also www..de oder Mein Markenname) werden ebenfalls hoch gewichtet, aber auch Verlinkungen über ein einzelnes Keyword ist noch ein interessanter Faktor. Bei einem Textlink bezeichnet man das als Linktext bzw. Anchortext.

Kurzüberblick zum Linkprofil – Zusammenfassung

Aus diesen vielen Gründen sollte man ein gesundes Linkbuilding betreiben. Dazu zählen:

  • Faktor Zeit
    • Regelmäßiger Aufbau von Links
    • Nicht alle Low Level Links auf einmal abklappern
    • Nicht mal diese Woche 20 Links, nächste Woche gar keine, die Woche drauf wieder 20 Links…
    • Feste Ziele setzen – „jede Woche will ich XX Links generieren!“
  • Faktor Qualität
    • Low Level und High Quality Level Links gleichmäßig aufbauen
    • Auch Nofollow-Links akzeptieren
    • Nicht einseitig nur Low Level oder High Level Links nehmen
    • Nicht nur mit Brand / Keyword meine Webseite verlinken

Qualitativer Linkaufbau bei Stadtmagazinen und Newsblogs „leicht gemacht“

Wenn man selbst ein Stadtmagazin bzw. eine Nachrichtenplattform betreibt, schreibt man viel über Firmen, Vereine, Organisationen und Behörden direkt vor Ort. Das ist ein Vorteil, denn wir verweisen auf andere Webseiten, auf denen sich die Leser weitere Informationen beschaffen können – inklusive aller regional-bezogenen potentiellen High Quality Linktauschpartner.

Es gibt für Stadtblogs also zwei einfache Möglichkeiten an gute Quality Links aus der Region zu kommen:

  1. Man bietet einem Partner an, etwas über ihn zu schreiben unter der Bedingung, dass er den Artikel von seiner Website aus verlinkt. Dann veröffentlicht man den Artikel, kontaktiert den Partner und wartet auf den Link. Hier kann man vor allem Firmen anschreiben. Oder:
  2. Man bietet also zunächst eine eigene Leistung an – das Schreiben oder Publizieren eines Artikels auf seiner Plattform. Hiermit wird dem Webseitenbetreiber – von dem man einen Link bekommen will – signalisiert, dass man seine Arbeit vorab erledigt hat und er nun am Zug sein sollte. Man fragt liebevoll nach, ob er den Artikel verlinken möchte. Das zieht besonders bei Schulen, Behörden, Vereinen und Organisationen, über die man geschrieben hat.

Was beim Linktausch noch zu beachten ist

  • Links aus dem Content heraus wirken sich am Positivsten aus – egal ob man den Link selbst vergibt oder ob man den Link erhält.
  • Reziproke Links – also das gegenseitige Verlinken (Website A ↔ Website B) – sollte nach Möglichkeit vermieden werden, da reziproke Links von Google nicht sooo gerne gesehen werden. Hat eine Firma, eine Behörde oder eine Universität zwei verschiedene Websites? Dann lieber auf eine Seite verlinken und von der jeweils anderen Seite den Link bekommen. Bei Nachrichtenplattformen ist der Effekt jedoch nicht so stark zu berücksichtigen, da in solchen Fällen reziproke Links eher die Regel sind.
  • Satellitenseiten – also Webseiten, die man selbst erstellt hat um mit sich selbst einen Link zu „tauschen“, sollte man verwenden, um selbst Links anzubieten und reziproke Links möglichst auszuschließen. Satellitenseiten könnten im Falle eines Stadtblogs Informationsseiten über die Stadt selbst sein, mit Hinweisen und Informationen zu Vereinen, Behörden und Co.
  • Sidewide Links – also Links im Header, Footer oder in der Sidebar – sollten vermieden werden, egal ob der Link gestellt werden muss oder erhalten wird. Hinterher häuft man Unmengen davon an, was eher abstoßend und unseriös wirkt. Abgesehen davon kann es für Google so aussehen als wären die Links gekauft, was in der Masse noch schlechter auf Google und Co. wirken könnte.
  • Linkfarmen – also eine oder mehrere spezielle Unterseiten, auf denen sich nur Links zu Linktauschpartnern befinden – sind ebenfalls keine gute Lösung. Wer Linkfarmen anbietet wirkt nicht nur unseriös für die Leser, sondern auch für Suchmaschinen.

Eine Sache fehlt hier noch: Das Thema „Linkkauf“. Das nehme ich in diesem Artikel auseinander:

  • Thema Linkkauf: Auch für Nachrichtenseiten interessant?

So, das waren die Grundeinführungen in den Linkaufbau. Als nächstes gehen wir noch ein paar Sonderformen im SEO-Bereich an, welche teilweise entgegen den normalen Richtlinien sehr effektiv ziehen. Also, auf was warten wir noch?

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