RE: Seo-Problem WordPress (Plugins und Themes)

Dieser Artikel ist eine Antwort auf den Artikel von Martin Mißfeldt  “ → Seo-Problem WordPress (Plugins und Themes)„. In diesem Artikel möchte ich kurz aufzeigen, wie man WordPress durchaus schneller machen kann.

Martins Artikel beschreibt eine einfache Sache, die in sich auch stimmt. Installierst du ein WordPress (oder irgendein anderes CMS) und aktivierst du das ein oder andere Theme (Template) bzw. Plugin (Addon), so wird das Gesamtsystem mit der Zeit immer größer und langsamer, weil für jedes (neue) Plugin oder Theme erst mal ein eigener Eintrag in der Datenbank vorgenommen werden muss, der Server diesen Eintrag erst finden muss und dann erst ausgeben kann. Und alle PHP-Abfragen wollen beim Aufruf eben abgefragt werden.

Im Falle von WordPress kann das schon mal ein ganz schöner PITA (#PainInTheAss) sein, denn je nach Theme und je nach WordPress Plugins werden erst mal hunderte Abfragen an die Datenbank gleichzeitig übermittelt. Und die Zeit, bis die Abfragen übermittelt wurden, ist entsprechend dann lang.

Das verursacht mit der Zeit natürlich enorme Ladezeiten und WordPress wird wirklich lahm. Da kann ich Martin auch zustimmen. Dennoch hat Martin nicht richtig auf Ladezeiten optimiert. Und hier ist einer (von sehr vielen) Wegen, wie man eben die Ladezeiten von WordPress deutlich reduzieren kann.

Also Martin, hier meine Punkte für dich, mit denen du deine WordPress-Seiten schneller kriegst. 😉

1. Hilfe: Plugin „WP Super Cache“

Martin, das Plugin “ → WP Super Cache“ ist hervorragend geeignet um Ladezeiten zu reduzieren. Wenn man es richtig einsetzt, kann man die Ladezeit quasi auf einen Bruchteil einer Sekunde runter reduzieren. SO habe ich es erst vor paar Wochen umgesetzt:

WordPress Website Ladezeit in der Google Search Console (am eigenen Beispiel nextlevelseo.de)

WordPress Website Ladezeit in der Google Search Console (am eigenen Beispiel nextlevelseo.de)

Was das WP Super Cache Plugin im optimal eingestellten Modus macht ist, dass es jede Unterseite cacht und die gecachte Datei separat als .html-Dokument abspeichert. Ruft ein neuer Besucher eine Unterseite auf, entdeckt der Server den Aufruf und leitet ihn sofort auf die gecachte Datei weiter.

Da bei dieser Weise keine (hunderte) PHP-Abfragen benötigt werden kann man sich vorstellen, dass dieser Effekt die WordPress-Unterseite deutlich bis extrem schneller lädt. Siehe Screenshot oben.

Was mir besonders am WP Super Cache gefällt ist, dass man alle Artikel/Seiten/sonstige Inhalte per Preload cachen kann. Der Preload-Modus erlaubt, dass eine Seite eben nicht erst aufgerufen werden muss um gecacht zu werden, sondern dass der Server vorher alle Inhalte cacht und die gecachten Versionen auch dem ersten Nutzer ausliefert.

Und by the way: Die Supercache-Funktion ist richtig geil. Zusammen mit der Preload-Funktion gibt es quasi keine URL, die nicht ungecacht an den Nutzer übermittelt wird.

Meine Tipps für das WP Super Cache Plugin

  • _mod-rewrite nutzen – also vom Server schon die richtige Seite anzeigen lassen, bevor PHP oder anderes Gedöns geladen werden muss
  • Einstellungen so vornehmen, dass sie für eingeloggte Nutzer nicht aktiviert werden. Du willst ja Artikel schreiben und überprüfen und dabei nicht die bereits vorgecachte Datei immer und immer wieder sehen.
  • Expiry-Time auf 0 stellen
    Wenn sich deine Artikel nur dadurch verändern, dass du mal den Artikel aktualisierst oder ein Kommentar hinterlassen wird, kannst du den Zeitpunkt, wann eine URL neu gecacht werden soll, eben auf „0“ setzen. Sodass sie eben kein Ablaufdatum hat, bis etwas neues passiert. Keine Sorge, Adwords oder andere exxterne Software (Analytics und Co.) werden dadurch nicht beeinflusst.
  • Im Tab „Preload“ aktiviere den „Preload-Modus“ und lasse alle deine URLs mit einem Schlag cachen. So müssen die URLs nicht erst aufgerufen werden, um sie zu cachen. Sie werden alle vorher gecacht, noch bevor jemand eine URL abruft.

2. Hilfe: Minify Plugins für WordPress

Darüber hinaus kann man in WordPress per Plugin auch CSS-Dateien und Javascript-Dateien mit sogenannten Minify-Plugins schrumpfen lassen. Diese Plugins fügen alle Dateien eines gleichen Dateientyps bei .js und .css (z. B. alle CSS-Dateien) zusammen und erstellen praktisch nur eine Datei, die geladen werden muss. Mit – natürlich – weniger Dateigröße als im ursprünglichen Format.

Zusammen mit einem Cache-Plugin wie dem WP Super Cache ist das eine feine Sache, da auch hier die Zusammenführung nicht bei Abruf gemacht werden muss, sondern auch vorher stattfinden kann.

Einen Favoriten bzw. Empfehlungen hier habe ich keine, da ich mit mehreren unterwegs bin und es einen Artikel über 5.000 Worte benötigt, hier Vor- und Nachteile aufzulisten. Aber generell funktionieren alle in ihrer Richtung sehr gut.

3. Hilfe: Javascript per async laden

Einfach gesagt sollte mal alle – und ich meine alle – Javascript-Dateien per async laden lassen. async bedeutet, dass die Javascript-Datei aufgerufen wird, aber parallel eben noch die normale Seite weiter geladen wird. Ohne async wird halt erst die Javascript-Datei geladen und erst danach der reguläre Aufbau der Website fortgesetzt.

Auch hier gibt es von mir keine Optimallösung. Es gibt einige Lösungen im Netz dazu, insbesondere zur functions.php – also ohne Plugin. Aber ich habe mittlerweile so viele Lösungen gesehen und gegebenfalls bietet es bereits ein Minify-Plugin an, das kann ich an der Stelle eben nicht pauschal empfehlen.

4. Hilfe: CDN einsetzen (optional)

Wenn man die Möglichkeit hat kann man auch ein Content Delivery Netzwerk verwenden. Das speichert praktisch alle anderen Dateien (Bilder, Videos, Musik, CSS, Javascript usw.) auf einem anderen Server ab.

Beim Abruf funktioniert die Ladezeit grundsätzlich besser, da Dateien von externen Quellen (durch ein CDN) gleichzeitig geladen werden, anstelle in eine Warteschleife gesteckt zu werden, die erst nacheinander und nicht parallel lädt.

Finish

Alleine diese drei bzw. vier Punkte ermöglichen es dir, deine Ladezeit unter WordPress massiv zu reduzieren. Welche genaue Einstellungen du in welchem Plugin oder wo auch immer wählst, musst du zwar selbst herausfinden, Martin. Aber die Bastelei und Mühe lohnt sich. Zumindest hat es meiner Seite enorm geholfen, obwohl ich über 20 Plugins aktiviert und ein enorm großes Theme installiert habe,

Muss ich meinen Screenshot nochmal zeigen? Nein? Ja? Vielleicht? Dann hier:

WordPress Website Ladezti in der Google Search Console

WordPress Website Ladezti in der Google Search Console (am eigenen Beispiel nextlevelseo.de)

Also viel Spaß beim Ausprobieren. =)

PS: Selbst so solltest du keine Probleme mehr kriegen, wenn dich mal IFLScience verlinkt. 😉

4 Meinungen

  1. Avatar for Pascal Horn

    Hallo Pascal,

    ich verwende WP Super Cache nicht, da ich mit WP Fastest Cache bessere Ergebnisse erzielen konnte. Was hältst Du von dem Plugin? Bzw. warum verwendest Du WP Super Cache?

    Schöne Grüße

    David – Blogger-Base.net

    1. Avatar for Pascal Horn

      Hey David. Fastest Cache ist sicher auch super, will ich gar nicht abstreiten. Habe halt „immer schon“ mit Super Cache gearbeitet und für mich funktioniert es eben am besten. Eher Gewohnheit. Vielleicht probiere ich Fastest Cache aber auch mal aus.

      Schöne Grüße

      Pascal =)

  2. Avatar for Pascal Horn

    Hallo Pascal,

    cooler Artikel! WP Super Cache hatte ich auch schon im Blick. Hab mich dann aber für WP Rocket entschieden. Bin zufrieden… Die Minify-Funktion ist inklusive.

    LG,
    Rei

    Nutzt du ein CDN?

    1. Avatar for Pascal Horn

      Hallo Rei,

      WP Rocket soll auf jeden Fall besser sein als die kostenlosen Plugins. Würde ich auch gerne ausprobieren, aber nur für einen privaten Blog ist es mir zu kostenintensiv. Trotzdem sicher nette und gute Alternative.

      CDNs habe ich hin und wieder ausprobiert, verwende aber aktuell keins. Hängt unter anderem damit zusammen, dass ich selbst Tests fahre, die möglichst neutral sein müssen (da sonst kaum jemand CDNs verwendet würde das meine Testaussagen im Allgemeinen beeinträchtigen). Mir passt das so, wie es gerade ist. ^^

      Schöne Grüße

      Pascal

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